Schwimmen - Römisches Drama

Ouvertüre

Es waren einmal vier junge, gut aussehende Schwimmer aus Zürich ­– okay, ursprünglich kamen sie aus Frankreich, Ungarn, Brasilien und Österreich – und ein hübscher Schwimmer aus Genf – na ja, ursprünglich aus Kolumbien. Diese fünf begaben sich auf Ihre Reise an die LAT41°-Wettkämpfe für ein laaaanges Wochenende in Rom (19. bis 23. Oktober 2017).

Die Flüge waren pünktlich und alle wollten sich zur verabredeten Zeit im Hotel treffen, doch am  Termini Hauptbahnhof in Rom fing das Drama an.

Das Drama – 1. Akt

Nachdem alle ihre Metrotickets gekauft hatten, vermisste Zoltan (aka Chouchou) plötzlich seinen Pass, die Aufenthaltsgenehmigung C und Bargeld – offensichtlich von einem Taschendieb aus seinem Rucksack gestohlen.

Die Qual nahm auf der Polizeistation seinen Anfang, wo ihnen gesagt wurde, sie mögen am nächsten Tag wiederkommen, um den Diebstahl aufnehmen zu lassen. Schlussendlich willigte die Polizei dann doch ein, den Vorfall noch in der Nacht zu protokollieren. Dabei musste das Formular jedoch zweimal ausgefüllt werden, da die Beamten das erste (ordnungsgemäss ausgefüllte) nicht akzeptierten.

Was ist nun zu tun, was zu lassen? Diese Fragen rund um seine gestohlenen Dokumente beschäftigten Chouchou in den nächsten Tagen. Diplomatische Hilfe aus Zürich und Bern kam schnell via Natel, indem mehrfach bestätigte wurde, dass mit dem Polizeirapport alles in Ordnung sei und die Botschaften am nächsten Tag besucht werden könnten.

Chouchou malte sich im Kopf die schlimmstmöglichen Szenarien aus, während wir versuchten, ihn auf der Metrofahrt ins Hotel aufzumuntern. Jetzt hiess es erstmal einchecken und unsere Zimmer mit separaten Betten beziehen.

Das Drama – 2. Akt

Wegen unserer späten Ankunft waren die Zimmerschlüssel “hinterlegt”, unglücklicherweise im Hotel – hinter der verschlossenen Eingangstür. Nachdem es uns gelang, diese irgendwie zu öffnen, fanden wir den Schlüssel zum ersten Zimmer unter dem sehr staubigen Teppich. Der zweite lag in ebendiesem Zimmer, und um an den dritten zu gelangen, mussten wir später einen zehnstelligen Zahlencode eingeben …

Das Drama ging weiter. Nachdem wir in einem Aufzug zum dritten Zimmer gefahren waren, gelang es uns nicht, die Tür zu diesem, Bastiens und Chouchous, Zimmer zu öffnen, da sich die magnetische Schlüsselkarte offenbar entladen hatte. Das Natel der Réception war auch nie zu erreichen …

Den dritten Zimmerschlüssel fanden wir schliesslich in einer Art Safe, für dessen Öffnung wir einen sehr langen Zahlencode eingeben mussten. Um an diesen kommen, hätten wir fast die Tür zur Réception aufgebrochen. Zum Glück funktionierte der Schlüssel zum dritten Zimmer, aber weil die Magnetkarte zum zweiten Zimmer immer noch nicht funktionierte, hätten diese beiden Schwimmer ebenfalls im dritten Zimmer schlafen müssen, das jedoch nur ein Doppelbett aufwies (für insgesamt vier Schwimmer ...).

 

Das Drama – 3. Akt

Etwas weniger dramatisch ging es zu, als sich Bastien und Chouchou halt dazu entschlossen, ins Best Western President Hotel auf der gegenüberliegenden Strassenseite unseres Hotels umzuziehen.

Wir waren hungrig, aber die Restaurants hatten wegen der fortgeschrittenen Stunde (23.30 Uhr) schon geschlossen. Schliesslich fanden wir doch noch einen Italiener und verschlangen einige Pizzas mit viel Proteinen, inklusive lebender Insekten und scharfer Gewürze. Wir dachten schon, dass wir unsere erste Nacht in Rom im Spital verbringen müssten ...

Chouchou hat in dieser Nacht nicht gut geschlafen. Dauernd stellte er sich vor, dass sein Pass nun in ganz Europa benutzt wird und er dafür irgendwann im Gefängnis landet. Am nächsten Morgen teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Eine ging ins Borghese Museum die andere in die Botschaften.

Dramapause

In der Sixtinischen Kapelle im Vatikanmuseum trafen wir uns alle wieder, nach einem langen ersten Tag in Rom. Die Wettkampfregistrierung verlief reibungslos und auch das Abendessen in der Nähe des Colosseums war perfekt.

Das “Passdrama” rückte für eine Weile in den Hintergrund, dank der ermutigenden Aussage des „Diplomaten“ Armin, dass schon alles gut kommen würde. Und eine Zeit lang sah es auch tatsächlich danach aus …

Ohne Drama schwammen wir ausgezeichnet an den LAT41° und gewannen 12 Medaillen (3 Gold / 2 Silber & 7 Bronze), einschliesslich eines hochverdienten dritten Platzes in der 4 x 50 Meter Lagenstaffel. Jeder nahm seine Medaille in Empfang und Juan wird seine an Armin weitergeben, da er wegen seines eigenen Dramas (einer gebrochenen Rippe) überhaupt nicht schwimmen konnte.

Drama – Finale und Ergebnisse

Gab es noch mehr Drama in Rom? Nicht viel, aber doch einige Episoden: Weg von der Schwimhalle zurück zur Metrostation nicht gefunden … unmöglich, ein freies Taxi zu bekommen … Abschlussparty verpasst, da wir erst “spät” gegen Mittag eintrafen und schon saubergemacht wurde …  Juans Abreisedrama am Flughafen-Security-Check, weil er eine 12-kg-schwere nackte Statue als Handgepäck auf einen EasyJet-Flug nehmen wollte usw.

Nach einem viertägigen Romtrip kehrten die Schwimmer in ihre Heimatstädte Zürich und Genf zurück, mit besten Erinnerungen an die Dramen in Rom und im Wettkampfbecken. Sie leben nun glücklich und zufrieden, schwimmen weiter und warten auf den nächsten Wettkampf, zu dem die beiden Teams wieder zusammenkommen – für noch mehr Siegerdramas.

Im nächsten Jahr wird Madrid die LAT41° ausrichten, vielleicht sogar mit einem neuen Land –Katalonien – am Start. In der Zwischenzeit wartet Anfang Dezember Frankfurt auf uns. Bleibt dran, für mehr Drama!!!

Juan von H2O Genf
 

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