10 zweifelhafte Diäten –Teil 1

Man glaubt kaum, welche verrückten Abnehmtipps in manchen Internet-Foren kursieren. Ob Bockwurst mit Wodka, Asthmaspray oder Bandwurmeier – die Liste der Absurditäten ist lang.

Dabei ist die Formel gegen Übergewicht reine Arithmetik: nicht mehr Kalorien aufnehmen, als man verbraucht. Doch das erfordert oft Impulskontrolle und körperliche Bewegung. Um diese zu vermeiden, greift man gern auf die Diäten zurück, die schnelles und bequemes Abspecken versprechen. Im besten Falle schaden sie nicht, manche sind aber auch gesundheitsgefährdend. Hier die ersten fünf Diäten im Schnellcheck (Teil 2 folgt in Kürze): 

Die Schoko-Diät

Der Tipp: Mehrere Tage am Stück ausschliesslich Schokolade essen.

Die angebliche Wirkung: Kakao ist ein Appetithemmer und erleichtert damit den Verzicht aufs Essen.

Die wahre Wirkung: Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass dunkle Schokolade den Appetit zügelt – zumindest mehr als Milchschokolade. Eine Gruppe von Testessern und Testesserinnen bekam bei einer dänischen Studie 100 Gramm Milchschokolade, die andere 100 Gramm dunkle Schokolade. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der zweiten Gruppe fühlten sich danach mehr gesättigt und hatten ein weniger grosses Bedürfnis, etwas Süsses, Fettiges oder Geschmackvolles zu essen als die Teilnehmer aus der Milchschokoladen-Gruppe.

Expertenmeinung: Infolge der einseitigen Ernährung bei einer Schoko-Diät werden dem Körper zu wenig Nährstoffe zugeführt. Befürwortet wird jedoch, sich hin und wieder Schokolade, vorzugsweise dunkle, zu gönnen.

Die Bier-Diät

Der Tipp: Kein Nachtessen, dafür ab 16 Uhr nur noch kaltes Bier. 

Die angebliche Wirkung: Bei der Erwärmung des kalten Bieres verbraucht der Körper zusätzliche Kalorien. 

Die wahre Wirkung: Eine Studie ergab, dass kühles Wasser beim Abnehmen hilft. Wer 1,5 Liter Wasser trinkt, verbrennt zusätzlich bis zu 200 Kilojoule (48 Kilokalorien). Schon 22 Grad kühles Wasser heizt den Energieverbrauch deutlich stärker an als 37 Grad warmes (aber wer trinkt schon freiwillig 37 Grad warmes Wasser, geschweige denn Bier?) 

Expertenmeinung: Die Menge machts: Ein halber Liter Bier enthält rund 250 Kilokalorien. Bei mehreren Bieren über den Abend verteilt nimmt man etwa genauso viele Kalorien auf wie sonst bei einem Nachtessen. Von den Folgen übermässigen Alkoholkonsums ganz zu schweigen.

Die Cervelat-Wodka-Diät

Der Tipp: Morgens und abends 2 cl Wodka, mittags 4 cl. Dazu mittags einen Cervelat, sonst nichts. 

Die angebliche Wirkung: Man nimmt weniger Kalorien zu sich, als man verbraucht. 

Die wahre Wirkung: Acht cl Wodka und ein mittelgrosser Cervelat haben etwa 650 Kilokalorien. Der tägliche Energiebedarf einer Frau, die überwiegend im Sitzen arbeitet, liegt bei etwa 2300 Kilokalorien. Unter dem Aspekt der Energiebilanz keine schlechte Idee, vorausgesetzt, dass man den Ernährungsplan wirklich durchhält. 

Expertenmeinung: Auf Dauer natürlich nicht durchzuhalten und auch hochgradig ungesund, Stichworte Nährstoffmangel und Gefahr der Alkoholabhängigkeit. Ausserdem sind bei einer derart einseitigen Diät Heisshungergelüste auf andere Lebensmittel, zum Beispiel Süssigkeiten, zu erwarten.

Die Asthmaspray-Diät

Der Tipp: Asthmaspray inhalieren, auch wenn man kein Asthmatiker ist. 

Die angebliche Wirkung: Asthmasprays sollen die Fettverbrennung ankurbeln, indem sie die Körpertemperatur erhöhen. 

Die wahre Wirkung: Die so genannten Beta-2-Sympathomimetika gelten auch als Anabolika und spielen im Doping eine Rolle. Diese Asthmamittel wirken in hoher Dosierung tatsächlich fettab- und muskelaufbauend. Allerdings sind die üblichen Dosen für diesen Effekt zu gering. Und die Wirkstoffe können massive Nebenwirkungen haben, gerade bei hoher Dosierung: schnellerer und unregelmässiger Herzschlag, Muskelkrämpfe, Unruhe, Schwitzen, Kopfschmerzen. 

Expertenmeinung: Finger weg, ein typischer Gaga-Trend. Wer ohne Not und ohne ärztliche Untersuchung Asthmaspray inhaliert, gefährdet unter Umständen sein Leben.

Die Rohkost-Diät

Der Tipp: Vor allem rohes Obst und Gemüse essen. 

Die angebliche Wirkung: Es wird behauptet, der Mensch vertrage kein gekochtes Essen, weil er nicht die notwendigen Erbanlagen dafür habe. Deshalb solle man nur "lebendige" Rohkost essen: vor allem Obst und Gemüse, keinesfalls Getreide, Fett oder Milch. 

Die wahre Wirkung: Rohes Gemüse ist gesund und sättigt besser als gekochtes, da viele Gemüsesorten zu einem hohen Anteil aus Wasser bestehen und beim Kochen ihr Volumen verlieren. Ausserdem muss man Rohkost länger kauen, was alleine schon satt macht. Der Verzicht auf Milchprodukte und Getreide führt aber zu einer Unterversorgung, vor allem von Protein, Vitamin B2, D, B12, Kalzium und Zink. Grund: Fettlösliche Vitamine werden ohne Fett vom Körper kaum aufgenommen. 

Expertenmeinung: Als Dauerkost ist diese Diät wegen ihrer Einseitigkeit ungeeignet.

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