ESC – Tagebuch aus Kiew

Getroffen in Kiew: Timebelle

 

Die Fotostrecke des ganzen ESC mit vielen eindrücklichen Bildern ist ganz am Schluss. 

Finale – Portugal ist der klare Sieger des 62. ESC 

Der Sieger Portugal mit Salvador Sobral

Salvador Sobral konnte sich beim Grossen Finale am Samstag 13. Mai 2017 gegenüber der Konkurrenz durchsetzen. Sowohl die nationalen Jurys als auch das Publikum mit seiner zarten Jazzballade wählten ihn auf Platz 1 und er siegte klar mit 758 Punkten. 

Platz 2: Kristian Kostov für Bulgarian

 

 

 

Auf Platz 2 landete der erst 17-jährige Kristian Kostov aus Bulgarien mit 615 Punkten, der ebenfalls zu den Favoriten zählte und einen Auftritt mit richtigem „Gänsehaut-Feeling“ hinlegte. 

Platz 3 für Moldawien

 

Die grosse Überraschung des Abends aber war aber für uns die gute Platzierung von Moldawien. Die Band Sunstroke Project schaffte mit dem Song „Hey Mamma“ und einer schwungvollen Saxophon-Einlage den Sprung auf das Podest mit 374 Punkten. Bei dem Lied lässt sich vor allem das Tanzbein gut schwingen. Das Lied ist neben Schweden und Italien wohl einer der Kandidaten für unsere Party am nächsten Trainings-Weekend in Filzbach. Auf den Plätzen dahinter landeten Belgien und Schweden. Der grosse Favorit Italien mit Francesco Gabbani erreichte nur Platz 6, trotz tosendem Applaus und ausgelassener Stimmung in der Arena. 

GSZ-Mitglieder in Partylaune

 

Der Beitrag von Portugal sorgte in den Fangruppen für Diskussionen im Vorfeld. Die einen waren von Anfang von dem Song überzeugt. Andere konnten die Begeisterung nicht ganz nachvollziehen. Mit dem Sieg hat Portugal jedenfalls ein deutliches Zeichen gesetzt: weniger Showeffekte und wieder mehr zurück zu den leisen Tönen und als Chanson zu den musikalischen Wurzeln des ESC. 
 
Portugal nimmt bereits seit 49 Jahren am Wettbewerb teil und konnte ihn nun erstmals gewinnen. Das Siegerlied „Amar Pelos Dois“ wurde von Luisa Sobral, der 29-jährigen Schwester des Sängers, geschrieben. Sie vertritt eine neue portugiesische Musikgeneration und veröffentlichte ihr Debütalbum im 2011. Ihr Bruder, Salvador Sobral, besticht vor allem durch seine Bühnenpräsenz und seine makellose Stimme mit hohem Wiedererkennungswert. 
 
GSZ-Mitglieder in Partylaune
Aus Sicht der Gay Community konnte der hübsche Vertreter aus Israel das Publikum im Finale nicht überzeugen. Imri landete trotz guter Show und Topstimmung nur auf den enttäuschenden 23 Platz. Die letzten Plätze belegten Spanien mit nur 5 Punkten und Deutschland mit 6 Punkten. 
 
Egal wer gewinnt oder verliert: Die Stimmung im Eurovision Club war nach der Show ausgelassen. Auch die GSZ-Vertreter aus der Schweiz feierten mit Fans aus den verschiedensten Ländern bis in die frühen Morgenstunden. Danach begaben sich alle auf die Heimreise und das lange Warten auf den nächsten ESC beginnt.
 
Die 63. Ausgabe wird 2018 in Portugal stattfinden, wo genau wird wie immer noch bekanntgegeben. Die ESC Fans rechnen mit Lissabon oder Porto. Und wir freuen uns nach den etwas kühleren Temperaturen in Kiew schon mal auf wärmeres Wetter in Portugal. Damit schliessen wir unser ESC Tagebuch bis zum nächsten Jahr. 
Karin Grundböck (Text) und Meret Baumann (Fotos)
 
 

Halbfinal 2 – Frühes Aus der Schweiz trotz guter Performance. Israel im Finale

Timebelle. Miruna mit toller Stimme
Aufwärmen 1 mit dem Eurovisions Zumba
 
Und weils grossen Spass macht: Aufwärmen 2
 
Die schönsten Bilder vom ESC findet ihr in unserer Fotostrecke am Ende des Tagebuches.
 
Die Schweizer haben ihre Sache beim Halbfinale am Donnerstag sehr gut gemacht. In der Arena gab es viel Applaus beim Auftritt der Schweizer Band. Auch stimmlich war es eine tolle Performance von Miruna. Wir haben mit „Hopp Schwiiz“ noch alles gegeben, um Timebelle anzufeuern.
 
Die Fans rund um uns fanden alle den Song gut. Bei der Inszenierung gingen die Meinungen aber ziemlich auseinander. Einige fanden das gelbe Kleid mit rosa Hintergrund mal etwas anderes, andere meinten klar, das passe gar nicht und die Performance sei statisch. Wir gratulieren Timebelle aber dennoch zu einem gelungenen Auftritt, sie haben die Schweiz sehr gut vertreten. 
 
Kraftvoll. Kristian aus Bulgarien

Die Favoriten in diesem Halbfinale Bulgarien, Rumänien und die Niederlande sind klar weiter. Allen voran der 17-jährige Sänger aus Bulgarien lieferte eine kraftvolle Performance ab. Und für die Schweiz ist Rumänien mit seiner „Jodel-Einlage“ natürlich sehenswert. Die Mischung mit Rap macht den Song tatsächlich zu etwas Besonderem. Die drei jungen Frauen aus den Niederlanden sind stimmlich eine Wucht.

Nachbar. Nathan aus Österreich

Überraschend war für viele das Ausscheiden von Estland mit dem Song „Lost in Verona“, das von den Buchmachern im Finale gesehen wurde und viel Applaus von den Fans erhalten hatte. Statt Estland ergatterte das letzte Finalticket noch der junge Sänger Nathan Trent für Österreich mit seinem Song „Running on Air“. Wir gratulieren unseren Nachbarn und drücken die Daumen für Samstag. Der Österreicher erhält von den Fans vor allem hohe Sympathiewerte und überzeugt mit seiner Herzlichkeit und viel positiver Energie.

Erfahren ins Final. Imri aus Israel

Aus Sicht der Gay Community ist natürlich der Finaleinzug von Israel Anlass zur Freude. Imri hat mit seinem Song „I Feel Alive“ mit der Startnummer 18 nochmals so richtig Schwung in die Halle gebracht. Die Pop-Dance-Nummer lädt zum Mitsingen und Mittanzen ein. Und auch optisch weiss Imri seine Vorzüge sehr gut einzusetzen.

Der 25-jährige Sänger wurde in der Nähe von Tel Aviv geboren und ist mit seinen jungen Jahren bereits ein ESC-Veteran. Er war bei den letzten ESC-Beiträgen „Golden Boy“ Nadav Guedj in 2015 und mit Hovi Star „Made of Stars“ als Background-Sänger bereits mit dabei. Imri hat viel Bühnenerfahrung und das sieht man bei seiner Performance sehr gut. Auch seine Tänzer lassen sich sehen und es war insgesamt ein sehr stimmiger Auftritt. Imri wird am Samstag mit Startnummer 1 das ESC Finale eröffnen. Good luck, Imri!

Fotos: Meret Baumann, Text: Karin Grundböck

Die 26 Finalisten am ESC Samstag, 13. Mai (Startreihenfolge)

 
1. Israel
2. Polen
3. Weissrussland
4. Österreich
5. Armenien
6. Niederlande
7. Moldawien
8. Ungarn
9. Italien                                                  
10. Dänemark
11. Portugal                                                
12. Aserbeidschan
13. Kroatien
14. Australien
15. Griechenland
16. Spanien
17. Norwegen
18. Grossbritannien
19. Zypern
20. Rumäniein
21. Deutschland
22. Ukraine
23. Belgien
24. Schweden
25. Bulgarien
26. Frankreich
 

Eurovision-Zumba zum Aufwärmen für das zweite Halbfinale 

Heute Abend geht das zweite Halbfinale in Kiew über die Bühne. Und da heisst es ganz fest die Daumen drücken für die Schweiz. Timebelle versuchen mit ihrem Song „Apollo“ einen Platz im Finale zu ergattern. Die Konkurrenz ist gross. Zu den Favoriten zählen klar der junge Teilnehmer aus Bulgarien sowie Rumänien und die Niederlande. 
 
In den verschiedenen Foren gehen die Meinungen zu Timebelle auseinander. Einige mögen das freche Bühnenoutfit in der Modefarbe Gelb, andere sagen, das sei doch etwas zu viel des Guten mit dem rosa Hintergrund und dem rosa Klavier. Gestern bei der Generalprobe hat Miruna den Song sehr gut performed. Applaus gab es im Pressecenter auch von der griechischen Delegation, sie sind Fan vom Titel „Apollo“. Good luck Timebelle. 
 
Heute geht auch unser Nachbarland Österreich an den Start. Nathan Trent wurde zu Beginn von den Buchmachern nicht so hoch eingeschätzt. Aber mit seinem Auftritt bei der Generalprobe gewann der sympathische Schnügel viele Herzen und wer weiss, vielleicht schafft auch er den Einzug ins Finale. Wir drücken natürlich auch ihm die Daumen.
 
Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es für die eingefleischten ESC-Fans eine spezielle „Eurovision Zumba Stunde“. Da waren die GSZ Mitglieder natürlich mit dabei. Diese Aerobic-Stunde der etwas anderen Art wurde geleitet vom Präsidenten des isländischen und der Präsidentin des israelischen Fanclubs. Im Vordergrund standen vor allem der gemeinsame Spass und die Leidenschaft für die ESC Songs, die sich hervorragend auch für Zumba eignen.
 
Fotostrecke Zumba: siehe am Schluss des Tagebuches.
Fotos: Meret Baumann, Text: Karin Grundböck
 

Vorschau alle 18 Teilnehmer zweites Halbfinale, 11. Mai 2017 - die schönsten Videos

1. Serbien             2. Austria 3. Mazedonien
4. Malta 5. Rumänien           6. Niederlande

Halbfinal 1 – Die ersten 10 Finalisten stehen fest

Karin (links) und Meret
 
Endlich war es am Dienstag 9. Mai soweit. Das lange Warten der vielen Eurovision-Fans hatte ein Ende. Insgesamt kämpften im ersten Halbfinale 18 Acts um den Einzug ins Finale, nur 10 kommen in die nächste Runde. Die Schweiz wird zwar erst am Donnerstag im zweiten Halbfinale auftreten, aber es lohnt sich mal einen ersten Blick auf die mögliche Konkurrenz von Timebelle zu werfen.
 
Schweden, Robin Bengtsson
 
Die Show startete mit einer schwungvollen Uptempo-Nummer von Schweden. Der Gewinner des schwedischen „Melodifestivalen“ zählt zum engeren Favoritenkreis. Und so wundert es auch nicht, dass sich Robin Bengtsson mit I Can’t Go On und einer fulminanten Show ohne Probleme für das Finale qualifizierte. Und wir hatten vor der Bühne viel Spass mit den wie immer zahlreichen schwedischen Fans. 
 
Montenegro, Slavko Kalezic
 
 
Bei der Wertung kam es aber auch zu einigen Überraschungen. Einer der schillerndsten Kandidaten kommt dieses Jahr aus Montegnegro. Slavko Kaleziç machte schon im Vorfeld mit seinem Video, seinem expressiven Auftritt und seinen Anspielungen in seinem Song „Space“ vor allem in der Gay Community auf sich aufmerksam. Der Song ist eine schwungvolle Dance Nummer und bleibt in Erinnerung. Für das Finale hat es aber leider nicht gereicht.
 
Australien, Isaiah
 
 
Schon im Vorfeld mit einer nahezu fixen Qualifikation für die Teilnahme am Finale rechnen konnte Portugal. Salvador Sobral wird mit seinem Lied „Amar Pelos Dois“, geschrieben von seiner Schwester Luísa, bei den Buchmachern sogar als ein möglicher Anwärter auf den Sieg gehandelt. In der Gay Community polarisiert der Song deutlich. Manche haben Gänsehaut, andere finden den Song eher langweilig. Wir sind dann mal gespannt auf das Finale. Klar qualifiziert haben sich Belgien mit einem spannenden Pop-Song und Australien mit einer sehr schönen Ballade.
 
Griechenland, Demy
 
 
 
Für die Sport- und Tanzbegeisterten stach die Performance der griechischen Sängerin Demy mit ihren beiden sehr hübschen Tänzern hervor. Und auch ihre Botschaft „This is Love“ und zwei Männer, die ein Herz formen, war sehr emotional und berührend. 
 
Italien, Francesco Gabbani
 
Erstmals waren im ersten Halbfinale auch Ausschnitte von den ersten 3 der Big Five zu sehen, jenen Ländern mit einem fixen Startplatz im Finale. Den Beginn machte Spanien mit einer Reggae-Nummer. Das Lied von Manuel Navarro „Do It For Your Lover“ ist zwar ein Ohrwurm, zu einem Sommerhit wird es aber nicht reichen. Auch für den Gewinn des Songcontests werden Spanien kaum Chancen eingeräumt. Schon etwas besser wird dieses Jahr die Sängerin Lucie Jones eingeschätzt, die mit ihrer Ballade „Never Give Up On You“ United Kingdom vertritt. Trotz toller Stimme und einem professionellen Bühnenauftritt gibt es von den Buchmachern nur einen Platz im vorderen Mittelfeld. Anders beim dritten Act, Italien. Francesco Gabbani ist einer der heissen Favoriten auf den Sieg. Mit dem Siegerlied vom diesjährigen Sanremo Festival „Occidentali‘s Karma“ ist dem sympathischen Sänger ein Hit gelungen, der in Italien bereits seit Wochen von den Radiostationen gespielt wird. Und auch bei uns im Radio „Südostschweiz“ ist der Song bereits häufig zu hören. Ob Italien am Samstag auch Europa überzeugen kann, das wird sich im Finale dann zeigen. Davor freuen wir uns aber noch auf den Auftritt von Timebelle am Donnerstag im zweiten Halbfinale.
 
Karin (Text) und Meret (Bild)
 

Gutgelaunte Timebelle mit den GSZ-Reporterinnen Karin (Text) und Meret (Fotos)

Meret (links) und Karin, flankiert von Timebelle
 
Kiew präsentiert sich an unserem ersten Tag in voller Pracht. In der ganzen Stadt sehen wir Eurovision-Fahnen, die Sonne lacht und die Temperaturen sind (noch) über 20 Grad, leider wird das nicht so bleiben. Das diesjährige Motto lautet „Celebrate Diversity“, und so vielfältig präsentiert sich die ukrainische Stadt. Ein sehr beliebtes Fotomotiv ist der „Eurovision“-Schriftzug in grossen Lettern direkt am Maidan-Platz.
 
Und wen entdecken wir hier unter all den fotowütigen Menschen? Timebelle, unsere Schweizer Vertreter. Sie geniessen die Zeit in Kiew und machen gut gelaunt auch ein paar Selfies. Von Nervosität oder Anspannung vor dem ersten Auftritt im zweiten Halbfinale bemerken wir nichts, sie nehmen sich sogar Zeit für ein Selfie mit uns und ein kurzes Gespräch. Für die Schweizer Band ist der Songcontest schon etwas Besonders. Die Bühne sei schon unglaublich, verraten uns die beiden sympathischen Bandmitglieder Samuel und Emanuel. Wir drücken natürlich fest die Daumen, dass es mit dem Einzug in das Finale klappt.
 
Die Chancen auf das grosse Finale sind für Timebelle intakt, auch wenn die Buchmacher unsere Schweizer Band nicht ganz vorne einreihen. Alles muss perfekt stimmen und passen, die Konkurrenz sei gross, so Timebelle. Der Eurovision Songcontest ist aber nicht nur ein Wettbewerb, es ist auch ein Austausch für Musiker und Songwriter aus ganz Europa. So versteht sich Timebelle auch sehr gut mit den anderen Vertreterinnen und Vertretern, allen voran mit Nathan Trent aus dem Nachbarland Österreich. So kam es vor einigen Tagen spontan zu einer gemeinsam Jam Session mitten in Kiew. Schaut mal in das Video rein, es lohnt sich. 
 

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